Michael Mosley: Mach mich schlank
Veröffentlicht: 7. Dezember 2011 Einsortiert unter: Medien, Spannendes | Tags: abnehmen leicht gemacht, Alex James, Blur, Diätmythen, Doku, gucken, Mach mich schlank, Michael Mosley, ZDFneo Schreibe einen Kommentar »Tipps um abzunehmen, ohne zu schwitzen oder sich quälen zu müssen! Nicht weniger verspricht die Doku von Michael Mosley, die am 03.12. auf ZDFneo ausgestrahlt wurde. Zum gucken geht’s hier entlang zur Mediathek: klick
Der Film ist gut gemacht, schöne Bilder, wissenschaftliche Ergebnisse sind klar und verständlich aufbereitet. Er verspricht kurzweilige Unterhaltung und sicher den ein oder anderen Aha-Effekt.
Darüber hinaus bietet die Doku leider zumindest für Menschen, die sich schon lange mit dem Thema Diät und Abnehmen beschäftigen keine neuen Erkenntnisse. Dass man keine Mahlzeit ausfallen lassen sollte, damit kein Heißhunger auf kalorienreiches Essen entsteht, ist zum Beispiel keine wirkliche Neuigkeit. Aber es ist interessant, mittels Gehirnbildern aus dem Kernspin vorgeführt zu bekommen, welche Hirnareale bei Heißhunger positiv auf Fotos von einer Portion Pommes reagieren und wie unbeeindruckt die gleichen Areale von Salatgurkenfotos bleiben. Andere Tipps wie “lieber den Salat mit Huhn essen als den mit Mozzarella und Sahnedressing” sind viel zu allgemein formuliert, der Vorschlag, statt Schokolade lieber einen Apfel zu essen mag theoretisch ja sinnvoll sein, praktisch ist er ziemlich realitätsfern.
Etwas verwirrt und gleichzeitig verärgert hat mich der Versuch mit einer übergewichtigen Frau, die ein Video- bzw ein schriftliches Tagebuch über ihre Mahlzeiten führen sollte. Diese Frau wird mittels eines “präperierten Wassers” das sie trinkt – was auch immer das sein mag – überführt, dass sie viel mehr isst, als sie im Videotagebuch angegeben habe. Ja, ja, immer diese Dicken, die einfach keinen Überblick über ihr Essen haben und einfach vergessen, was sie alles zu sich nehmen.
Die Lösung präsentiert der Film natürlich auch gleich mit: “Man muss einfach nur die Kalorien im Blick behalten, wer zu dick ist, nimmt zu viele davon zu sich”. Ja, wenn es mal so einfach wäre. Was hier auf jeden Fall fehlt und auch im Rest des Filmes nicht mehr aufgegriffen wird sind Dinge wie Jojo Effekt oder völlig kaputt diätete Stoffwechsel. Wie viele Dicke essen kaum 1500 kcal täglich (oder sogar weit weniger) und befinden sich so meist weit unter ihrem Grundumsatz und nehmen immer und immer weiter zu? Diäten machen dick und “weniger essen” ist eben gerade nicht die Patentlösung für alle Menschen. Genauso wenig wie die später im Film angepriesene “Alltagsbewegung”.
Das Thema Sport wird ebenfalls nur mit einzeln herausgepickten Forschungsergebnissen angesprochen. Sicher ist alles korrekt, was dort zur direkten Fettverbrennung und zum Nachbrenneffekt erzählt wird, aber dass und wie der richtige Sport in seiner Gesamtheit zu einer gelungenen Abnahme und einem besseren Körpergefühl beitragen kann, wird nicht weiter ausgeführt.
Für Vegetarier ist die Dokumentation hinsichtlich praktischer Tipps nur bedingt geeignet, für Veganer eigentlich gar nicht. Zu viel dreht sich um Eiweiß aus magerem Fett oder Calcium aus Milchprodukten.
Schöner Bonus: Mit dabei bei einem Versuch ist Alex James, der Bassist von Blur!

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