Ich wiege zu viel

Ich wiege zu viel.

Das meine ich zum einen natürlich im Wortsinne. Aber, viel wichtiger: Ich wiege zu viel in dem Sinne, als dass mein aktuelles Gewicht einfach nicht mein Gewicht ist. Erst heute morgen wieder dachte ich beim Anblick der Zahl “Mist, doch wieder zugenommen” um kurz danach zu realisieren, dass ich im Gegenteil sogar abgenommen hatte. So wenig komme ich mit diesen Zahlen klar, es ist, als würde ich sie nicht verstehen. Ich habe keine Verbindung dazu. Das ist einfach nicht mein Gewicht! Ich versuche seit ein paar Wochen Zwischenziele zu formulieren, Gewichtsabschnitte, die ich als nächstes anpeilen will. Das geht aber nicht, weil ich bei jedem Zwischenschritt denke “Das ist aber immer noch so viel! So viel wiege ich doch gar nicht!” Die Zahl auf der Waage passt einfach nicht zu mir, sie passt nicht zu meinem Körper, sie passt nicht zu meinem Empfinden.

Seit sechs Wochen nehme ich nun die 50µg Tyhroxin und dieser Tage ist etwas erstaunliches passiert: mein Körper scheint langsam auch zu begreifen, dass er zu viel wiegt. Ich verliere Gewicht. Täglich. Ja, ich wiege mich im Moment täglich um ein Gefühl für Schwankungen zu bekommen. Um einschätzen zu können, ob eine scheinbar schlechte Abnahme nur ein Ausreißer ist – das könnte ich nicht, würde ich mich nur einmal die Woche wiegen. Da mich das tägliche Wiegen nicht weiter unter Druck setzt, werde ich auch erstmal so weiter machen.

Also, ich verliere Gewicht. Es ist ganz unglaublich, diese Woche war es wirklich jeden Tag ein bisschen weniger auf der Waage. Ich weiß, dass das sicher so nicht weiter gehen wird – allein die kommenden Weihnachtstage werden diesen Prozess eher nicht unterstützen. Dazu kommen zyklusbedingte Schwankungen und sicher noch zig andere Faktoren.

Trotzdem kann ich es wohl riskieren, folgende Tatsache festzuhalten: Ich nehme ab. Endlich. Und das ohne Diät zu halten. Ohne mich zu quälen, ohne die Welt zu verfluchen, ohne mich ständig zu fragen, was mit meinem Körper falsch läuft. Ohne Selbsthass. Im Moment sogar ohne Sport – wobei die letzten Tage recht aktiv waren, ich war viel zu Fuß unterwegs, einkaufen, Pakete zur Post bringen, diese Dinge.

Mein Körper scheint wirklich endlich verstanden zu haben, dass dieses Gewicht nicht sein Gewicht ist! Ich kann gar nicht in Worte fassen, wie glücklich ich darüber bin. Wie unfassbar erleichtert – denn natürlich hatte ich Angst, dass ich auch mit den Tabletten nicht abnehmen würde. Dass ich weiterhin gefangen sein würde von Kilos, die nicht meine sind. Die falsch sind an mir. Nun habe ich endlich ein bisschen Hoffnung, sehe optmistisch und motiviert in die Zukunft.

Was mich auch wieder zu den Zwischenzielen bringt. Ein Ziel ist ja, wieder in den Rock aus dem Header zu passen. Das wird aber wohl noch eine Weile dauern. Aber ich kam auf die Idee, dass ja auch meine anderen Zwischenziele nicht zwingend ein bestimmtes Gewicht sein müssen:

Es gibt zwei leichte Stoffhosen in meinem Schrank, die ich mir 2010 gekauft habe und die diesen Sommer nicht mehr gepasst haben. Die möchte ich 2012 im Sommer wieder tragen können.

Wenn es so weit ist, werde ich den Schrank weiter durchgehen. Ich habe schon einiges im Kopf. Der Rock oben ist da auch nur ein Zwischenschritt. Ganz am Ende steht eine Jeans, die mir vor zehn Jahren nach meiner ersten Abnahme das letzte Mal gepasst hat. Ob ich in diese jemals wieder passen werde, ist natürlich fraglich – auch ohne Gewichtsprobleme und SD Unterfunktion wiegt man mit über 30 einfach mal mehr als mit 20. Aber ich will trotzdem die Hoffnung nicht aufgeben – immerhin entdecken mein Körper und ich uns gerade völlig neu, wer weiß, was da noch alles an Überraschungen auf uns wartet!

Allen, die sich hierher verirren wünsche ich ein wunderbares Weihnachtsfest! Vergesst die Kalorien und macht euch ein paar schöne Tage.


Smoothie aus Papaya, Orange und Banane

Das Wochenende war Geburtstagsbedingt recht kalorienlastig und vor allem fettlastig und hat zudem weit in den Montag hinein satt gemacht. Um den Vitaminhaushalt wieder ein wenig auf Vordermann zu bringen und den Magen etwas zu entlasten gabs einen großen Smoothie aus Papaya, Banane und Orange:

Ein großes Glas hat ca 220 kcal.

Einfach alles Obst schälen und in Stücke schneiden. Alles zusammen in die Küchenmaschine und mit Apfelsaft nach Belieben aufgießen, sonst wirds eher ein Brei. Ordentlich durchmatschen und dann entweder sofort genießen oder nochmal ab in den Kühlschrank damit.


Grmph.

Verdammter Mist, gerade rächt sich wirklich, dass ich heute nicht aus dem Knick gekommen bin… Irgendwann gegen eins mal ein paar Weetabix gefrühstückt, wie soll man da im Rest vom Tag noch genug Kalorien unterbringen, noch dazu gesunde?!
Knabbere jetzt noch ein paar Vollkornsalzbrezeln, so kann ich wenigstens die 2000 noch knacken.


20. Oktober 2009

Habe blöde Tage hinter mir, habe kaum Hunger und noch weniger Appetit. Ganz schlecht.
Montag war hart, vor lauter Stress bei der Arbeit bis abends so gut wie nichts gegessen. Hatte mir dann schon eine Pizza mitgenommen, aber auf die auch keine wirkliche Lust. Also wurden es Nudeln, mit einer Tomaten-Ziegenkäsesoße. Was immer noch leider nur ein Bruchteil der nötigen Kalorien war – ich fand mich also Cashewkerne knabbernd auf der Couch wieder, um wenigstens den Grundumsatz zu erreichen. Zwischendrin frage ich mich, ob ich eigentlich total bescheuert bin – eine Diät, bei der es die größte Schwierigkeit ist, MEHR zu essen?!
Und ich trinke zu wenig! Es ist zu kalt zum trinken.
Notiz an mich: Tee kochen!

Normalerweise wäre ich heute mit Laufen dran gewesen, aber ich habe mir noch einen Tag länger Auszeit gegönnt. Inzwischen bin ich bei einem 5:1 Rhymthmus und ich merke, dass dieser für mich eine Art Meilenstein im Trainingsplan darstellt – vorherige Steigerungen habe ich meist leichter weg gesteckt. Also kann ein Tag mehr Pause nicht schaden.

Auf der Waage tut sich gerade nicht so viel. Aber ich halte durch und warte ab.

gelaufen: gar nicht
Kalorien: ca 2100 (sehr grob geschätzt – wie viele Kalorien haben Falafel?)
Gewicht: -1,5kg


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